Rezension zu KISS ME IN LONDON von Catherine Rider
FAKTEN ZUM BUCH
Titel: Kiss Me In London
Autor: Catherine Rider
Autor: Catherine Rider
Verlag: cbj
Preis: 13,00€
Seitenzahl: 315
Genre: winterliche Liebesgeschichte in London
Buchart: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 2018
Preis: 13,00€
Seitenzahl: 315
Genre: winterliche Liebesgeschichte in London
Buchart: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 2018
KLAPPENTEXT / WORUM GEHT ES?
Liebe auf Londoner Art ...
London, eine Woche vor Weihnachten. Der 19-jährige Jason Malone ist das erste Mal in der Stadt seiner Träume, denn er will sein Jura-Studium sausen lassen und Schauspieler werden. Ein Stipendium der Royal Academy of Dramatic Arts wäre der erste Schritt in die richtige Richtung, doch dafür muss Jason vorsprechen. Cassie Winter hat die Nase voll vom Theater, Film und Schauspielern im Besonderen. Und das hat Gründe. Als Jason und Cassie sich bei einer Vorführung von Les Misérables über den Weg laufen, beschließen sie, London gemeinsam zu erkunden und erleben ein paar Tage voller unverhoffter Überraschungen …
MEINE MEINUNG
Inzwischen sind drei Bücher in der Winterromanzenstädtereihe "Kiss Me In..." erschienen: "Kiss Me In New York", "Kiss Me In Paris", und "Kiss Me In London". Diese kann man jedoch alle drei vollkommen unabhängig voneinander lesen. Letztes Jahr habe ich "Kiss Me In Paris" gelesen und war vor allem wegen der vielen negativen Rezensionen sehr positiv überrascht darüber, dass mir das Buch ziemlich gut gefallen hat. (klicke hier für meine Rezension)
Als dann ein Jahr später der neue Band veröffentlicht wurde, war ich ziemlich neugierig darauf, und da die Geschichte diesmal in meiner absoluten Lieblingsstadt, London, spielt, erschien es mir wie das perfekte Winterbuch für mich. Da ich in Kürze selbst nach London reisen werde, dachte ich, dass das Buch die perfekte Einstimmung darauf wäre.
Wie auch bei den anderen beiden "Kiss Me In .."-Teilen besticht auch dieses wieder extrem durch das traumhaft schöne Cover. Ich finde die Aufmachung dieser Bücher einfach wunderschön und liebe es, dass sie es immer wunderbar winterlich gestalten und Bilder der Stadt verwenden. Diesmal ist mir auch positiv aufgefallen, dass sie auf dem Cover ein dunkelhäutiges Mädchen abgebildet haben, was die Beschreibung der weiblichen Protagonistin Cassie trifft.
Leider merkt man diesem Buch extrem an, dass es sich um eine Übersetzung handelt, bzw. um eine extrem schnell angefertigte Übersetzung. Das Buch hat unglaublich viele Übersetzungsfehler, die beim Lesen einfach stark stören. So wurden zum Beispiel "Standing Ovations" mehrmals als "stehende Ovationen" übersetzt, was sich einfach seltsam liest. Außerdem musste ich mir beim Lesen mehrmals selbst die richtige Übersetzung zusammenreimen, wenn zum Beispiel innerhalb eines Satzes eine Figur erst als Schwester und dann als Tochter einer anderen Figur bezeichnet wird. Des Weiteren wurde die wörtliche Rede manchmal nicht mit Anführungszeichen eingeleitet oder beendet, dafür aber nicht-wörtliche Rede schon. Das Buch ist abwechselnd aus Cassie und Jasons Sicht geschrieben, und beide Kapitel sind dann jeweils in der Ich-Perspektive geschrieben. Als dann in Cassies Kapitel plötzlich in weiblicher Form über Jason geschrieben wird, war ich erst vollkommen verwirrt, wer nun gemeint sein soll und aus welcher Perspektive gerade geschrieben wird. Dabei hat man dann beim Lesen wirklich das Gefühl, dass niemand diese Übersetzung Korrektur gelesen hat, wodurch man sich beim Lesen schon wirklich veräppelt vorkommt, dass man sich alles selbst zusammenreimen muss, weil die Übersetzer scheinbar gar nicht mitgedacht haben.
Anfangs fiel es mir etwas schwer, mit dem Schreibstil warm zu werden, da ich vorher Kerstin Giers wundervoll geschriebenes "Wolkenschloss" (klicke hier für meine Rezension) gelesen habe und der Schreibstil, bzw. die Übersetzung von "Kiss Me In London" dagegen schon sehr abgehakt und holprig zu lesen ist. Nach den ersten beiden Kapiteln, in denen die Protagonisten vorgestellt werden, ließ es sich allerdings dann leichter lesen.
Die Kapitel sind nochmals in Uhrzeiten unterteilt, sodass man den Tagesablauf akribisch genau verfolgen kann. Mich persönlich haben diese Uhrzeiten eher verwirrt, da sie eigentlich unnötig waren, aber ich dennoch öfters nachgeschaut habe, wie viel Zeit nun vergangen ist, und ob mir diese Uhrzeitangabe nun etwas besonderes mitteilen möchte, was jedoch nie der Fall war. Ich finde, man hätte sie getrost weglassen können.
Ich habe mich etwas schwer mit Cassie, der weiblichen Protagonistin, getan, da ich das Gefühl hatte, nie wirklich mit ihr warm zu werden. Gleich auf der dritten Seite des Buches wettert sie schon gegen Vegetarier und meint, "Trotzdem bekomme ich beim Zuhören schon nach wenigen Sätzen unbändigen Appetit auf ein saftiges Steak. Dabei erscheint mir das Ende der Welt ein vergleichsweise geringer Preis, [...]", wenn ihr Freund über die Vorteile des Vegetarierdaseins philosophiert (S.10). Da ich selbst Vegetarierin bin, empfand ich Cassie direkt als recht unsympathisch und konnte mich dadurch auch null mit ihr identifizieren. Während des Buches wird dieses Thema noch ein paar Mal vereinzelt aufgegriffen, und das Vegetarierdasein stets als negativ dargestellt, und ein "Schinken-Käse-Sandwich" als Pluspunkt angesehen. Auch wenn ich nicht verlange, dass jedes Buch Vegetarismus anpreist, stößt es mich aber schon durchaus ab, wenn ein Buch Fleischkonsum anpreist.
Das Hauptthema des Buches ist Schauspielerei und Theater. Das erfährt man bereits aus dem Klappentext, und ich war durchaus interessiert daran, mehr darüber zu lesen, da es mich an die "Mind the Gap"-Buchreihe erinnerte, die ich sehr mochte. Zu Beginn des Buches gefiel mir der Schauspiel/Theateraspekt der Geschichte auch noch gut, und ich fand es eine schöne Idee, dass die beiden Charaktere sich das Musical Les Misérables anschauen. Jedoch nahm der Theateraspekt sehr schnell an Überhand und erdrückte alles andere. Wenn man sich in der Londoner Musical- und Theaterwelt nicht gut auskennt, wurde man das Buch über konstant mit Informationen zu Vorstellungen überhäuft, die einem gar nichts sagten. Irgendwann begann ich dann auch mal zu googlen, um zu schauen, was davon sich die Autoren nun für die Geschichte ausgedacht hatten, und was es tatsächlich gibt. Ich finde dass das Buch dadurch schon sehr nischig ist, und das breite Publikum, das es eigentlich anzusprechen vorgibt, nicht wirklich abholt. Dafür hätten sie viel bekanntere Vorstellungen auswählen müssen. Und vor allem empfand ich es auch recht eintönig, dass die beiden Protagonisten eigentlich nur von einer Theatervorstellung zur nächsten rennen, obwohl es doch in London so viel mehr zu sehen gäbe. Ich konnte ihre Theaterbegeisterung leider überhaupt nicht in dem Ausmaß teilen, in dem das im Buch präsentiert wurde.
Es kommen zwar vereinzelt auch ein paar andere Sehenswürdigkeiten und Attraktionen aus London vor, über die ich mich immer sehr gefreut habe, jedoch hat das Buch da für meinen Geschmack viel zu wenig von geboten. Einen Pluspunkt hat das Buch jedoch bekommen, weil es die Millenium Bridge erwähnt hat, die mein Lieblingsort in London ist.
Jason fand ich sympathischer als Cassie, jedoch konnte ich auch zu ihm keine wirkliche Bindung aufbauen, da er dafür als Charakter viel zu wenig ausgebaut wurde. Außerdem wurde er einfach konstant rot, und da ich das persönlich erst ein einziges Mal bei mir selbst erlebt habe, finde ich es etwas übertrieben, wenn man das Charakteren konstant zuschreibt.
Ganz interessant und passend für die Weihnachts-/Winterzeit fand ich die Enthüllung von Cassies Hintergrundgeschichte, während ich mit Jasons schon gerechnet habe, sie aber dennoch nett fand.
Auch hat es mir gut gefallen, dass das Buch nicht wirklich kitschig war, und die Charaktere sehr reflektiert über einander und ihre mögliche Beziehung nachgedacht haben. Sie hatten sehr viele für mich logische Gedankengänge, weshalb ich die Liebesgeschichte in diesem Buch als nachvollziehbar empfunden habe. Jedoch hat das mitsamt der geringen Charakterausarbeitung auch dazu geführt, dass mich das Buch insgesamt eher kalt gelassen hat, da es keine Elektrizität oder Funken sprühende Chemie zwischen den Charakteren gab.
FAZIT
"Kiss Me In London" hat mich leider eher enttäuscht und mir bei weitem nicht so gut gefallen wie "Kiss Me In Paris" (klicke hier für meine Rezension).
Immer wenn etwas zu London allgemein gesagt wurde fand ich das unglaublich toll, jedoch hätte ich mir einfach so viel mehr davon gewünscht. Ebenso war mir das ganze Buch einfach viel zu theaterlastig und hat dadurch viel zu wenig von dem London gezeigt, das ich so liebe. Ich fand es schön, dass sie sich Les Mis angeschaut haben, aber die anderen Theatervorstellungen kannte ich fast alle nicht und dadurch konnte ich nie eine wirkliche Bindung zu dem Buch herstellen und fühlte mich durchgehend auf Distanz zu den Charakteren. Die starke Fokussierung auf Theater machte das Lesen für mich auch recht eintönig - vor allem da manche Stücke mehrmals erwähnt wurden und sich im Bezug auf ein Stück die gleiche Aktion mehrmals abspielte.
Eigentlich sollte man Bücher, die so schlecht und lieblos übersetzt worden sind wie dieses, reklamieren dürfen. Offensichtlich hat dieses Buch keine oder eine extrem schlechte Korrekturlesung erfahren, denn es strotzt nur so vor Fehlern aller Art.
Einen Pluspunkt bekommt das Buch wegen seines unglaublich schönen Covers.


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