Rezension zu EVERFLAME - TRÄNENPFAD von Josephine Angelini







FAKTEN ZUM BUCH

Titel: Everflame - Tränenpfad
Autor: Josephine Angelini
Band: 2 von 3
Verlag: Dressler
Preis: 19,99€
Seitenzahl: 448
Genre: Fantasy
Buchart: Gebunden
Erscheinungsdatum: 2015



KLAPPENTEXT / WORUM GEHT ES?

Da es sich hierbei um den zweiten Band der Everflame/Worldwalker Trilogie handelt, werde ich den Klappentext des ersten Bandes in fett schreiben und den Klappentext dieses zweiten Bandes in kursiv und rot schreiben, damit diejenigen von euch, die den ersten Band noch nicht gelesen haben, dies aber gerne noch tun würden, das rot gedruckte überspringen können, um sich nicht für den ersten Band zu spoilern.

Liebe schmerzt. Welten kollidieren. Feuer tötet.
Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe. Ein mitreißender Pageturner mit starken Gefühlen: schicksalhafte Entscheidungen, Magie, Spannung und Liebe mit einer Heldin zwischen zwei Männern, zwei Welten und zwei Identitäten.


Lily - eine Liebe zwischen zwei Welten. Mit letzter Kraft rettet sich Lily zurück in die wirkliche Welt. An ihrer Seite ist Rowan, dem nicht nur das reale Salem mehr und mehr gefällt. Doch die mächtige Lilian zwingt Lily zur Rückkehr, dorthin, wo die Zerstörung immer größer wird und schließlich auch Rowan und Lily entzweit. Kann Lily sich für die richtige Seite entscheiden? 




MEINE MEINUNG

Ich habe den ersten Band von Everflame 2015 auf Empfehlung von der ehemaligen Booktuberin Lucie Redhead hin gelesen, und auch wenn ich etwas länger für das Buch gebraucht habe, hat es mir damals doch sehr gut gefallen. Hexen haben mich schon immer fasziniert und inspiriert, und da ich zu dem Zeitpunkt schon sehr lange kein Hexenbuch mehr gelesen hatte, gefiel mir allein schon dieser Aspekt am Buch. Da ich aber bis heute keine anderen Hexenbücher gelesen habe, kann ich eben auch keinen Vergleich in dieser Kategorie anstellen. 
Den zweiten Band habe ich mir dann 2015 zu Weihnachten gewünscht und seitdem wartete er auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher) darauf, endlich gelesen zu werden. Damit handelte es sich bei diesem Buch um eines meiner Sub-Leichen (=älteste ungelesene Bücher), weshalb ich diesen Oktober beschlossen habe, das endlich mal in Angriff zu nehmen. Vor allem da das Hexenthema sich sehr gut für den Oktober eignet. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, ist es inzwischen fast Dezember, da ich tatsächlich von Mitte Oktober bis jetzt gebraucht habe, um das Buch zu lesen. 

Damit kommen wir direkt zu meinem größten Kritikpunkt an diesem Buch: durch die wirklich unendlich langen Kapitel, die immer mindestens 20 Seiten umfassen aber bis zu 50 Seiten gehen, hat sich dieses Buch für mich wirklich extrem lange hingezogen. Und das fand ich wirklich schade, da das eigentliche Lesen des Buches eigentlich wirklich interessant war und Spaß gemacht hat. Hätte die Autorin nur doppelt so viele Kapitel eingeführt, hätte sich mein Lesetempo sicherlich ebenfalls verdoppelt. Denn so haben mich die nie-endenden Kapitel immer dermaßen motiviert bis zum nächsten Kapitel zu lesen, dass ich stets so viel weniger gelesen habe, als ich es anders getan hätte.

Da ich den ersten Band vor drei Jahren gelesen habe, hatte ich etwas Bedenken, dass ich ohnehin nichts mehr über die Geschichte wissen würde und mir dieser zweite Band daher gar nichts mehr bringen würde. Das war tatsächlich nicht der Fall, denn ich kam doch ganz gut wieder in Lilys Welt hinein und konnte mich tatsächlich auch noch an einiges erinnern, bzw. hat das Buch glücklicherweise auch nochmal ein paar Sachen wiederholt. Am Ende des Buches befindet sich ein Personenregister mit den wichtigsten Informationen zu den Figuren im Buch, welches mir den Wiedereinstieg sicherlich nochmal mehr erleichtert hätte, was ich aber erst am Ende entdeckt habe.

Einiges was mir in dem Buch sehr gut gefallen hat und teilweise sogar besser gefallen hat als im ersten Band kann ich an dieser Stelle nicht erwähnen, da es spoilern würde, weshalb ich darauf erst am Ende der Rezension in meinem Spoiler Bereich eingehen werde.

Ganz toll fand ich, dass Star Wars vorkam, denn die Erwähnung eines meiner Lieblingsfandoms gibt immer Pluspunkte bei mir und ich kann gar nicht genug von solchen Referenzen bekommen.

Dass Lily Veganerin ist hatte ich nicht mehr gewusst, aber es wird im Laufe des Buches einige Male erwähnt, was mir sehr gut gefallen hat, obwohl das nicht dazu geführt hat, dass weniger Brutalität im Buch vorkommt. Auch dass eine der Figuren in einer homosexuellen Beziehung lebt war mir nicht mehr bewusst, wobei das in diesem Buch auch nicht sehr stark thematisiert wird und erst im Personenregister klar wird. 

Die Hexenkunst die in Everflame benutzt wird empfinde ich als sehr andersartig zu anderen Hexengeschichten, da sie sehr physikalisch ist und stark mit der Verwendung und Umwandlung von Energie zu tun hat. Bisher habe ich Hexenkunst noch nie so beschrieben gelesen, weshalb das für mich sehr spezifisch für diese Reihe ist, wodurch sie sich dann auch auszeichnet. 

Das Ende macht natürlich Lust darauf weiterzulesen und mit dem dritten und letzten Band der Trilogie endlich zu erfahren, worauf die ganze Geschichte hinausläuft und wie alles enden wird. Jedoch bin ich jetzt auch erstmal sehr froh, dass ich das Buch endlich beendet habe und werde den dritten Band wohl nicht sehr bald lesen, da ich ihn mir dazu auch erstmal kaufen müsste. Generell habe ich aber doch schon Interesse daran, irgendwann auch den dritten Teil zu lesen.




FAZIT

Obwohl ich den ersten Band vor drei Jahren gelesen habe, fiel es mir nicht schwer wieder in diese Geschichte einzusteigen. Das lag vor allem daran, dass einige Fakten und Erklärungen der Hexenwelt nochmals erwähnt wurden und ich doch noch ein paar Sachen aus dem ersten Band in Erinnerung hatte. Mein größter Kritikpunkt an diesem Buch sind definitiv die enorm langen Kapitel, die sich teilweise bis zu 50 Seiten hinziehen. Das hat mir das Lesen extrem verlangsamt, wodurch ich 1 1/2 Monate an diesem Buch gelesen habe. Dennoch war der Inhalt eigentlich immer ganz interessant, weshalb es dem Buch so gut getan hätte, wenn die Autorin einfach mehr Kapitel eingebaut hätte. Dieser Aspekt vermiest mir auch etwas die Lust darauf, den dritten Band der Trilogie bald zu lesen, da es da sicherlich genauso lange Kapitel geben wird. 
Obwohl ich in den letzten Jahren keine anderen Hexenbücher zum Vergleich gelesen habe, finde ich dennoch, dass sich diese Hexenreihe insgesamt doch sehr von anderen Hexendarstellungen abhebt, da die Hexenkunst sehr stark mit Physik zu erklären ist und sich alles um Energie und Energieumwandlung dreht. Das empfinde ich als eine andersartige Herangehensweise an das Thema Hexen, die ich so noch nirgendwo anders gesehen oder gelesen habe.




BEWERTUNG

Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

(weiterscrollen um zum Spoilerbereich zu kommen)






SPOILER BEREICH

Die Wirker tauchen natürlich auch in diesem Buch wieder auf und spielen eine noch größere Rolle als im ersten Buch (jedenfalls soweit ich das in Erinnerung habe), jedoch fand ich sie diesmal sehr viel interessanter als letztes Mal. Zu Beginn verstand ich wieder genausowenig was es mit diesen Kreaturen auf sich haben soll wie ich es letztes Mal auch nicht habe. Mir erschienen sie einfach nur als missratene Kreaturen die als einfache, stumpfe Bösewichte gelten sollen, so wie die Dämonen in Shadowhunters oder die Orks in Mittelerde. Generell finde ich solche eigentlich sinnlosen Kreaturen ziemlich unnötig, da ich einen tiefgründigen und vielschichtig ausgearbeiteten Bösewicht sehr viel interessanter finde. Doch dieses Buch beschäftigt sich auf eine andere Art mit den Wirkern als es das erste Buch getan hat. Statt sie nur abschlachten zu wollen, fängt Lily an sie zu hinterfragen, was ich sehr interessant fand. Es wird ein Mysterium um die Wirker kreiiert, dass ich persönlich ziemlich spannend fand, da Lily immer mehr Informationen über sie herausfindet und dadurch schon Spannung aufbaut. Vor allem nachdem Lily den Wunschstein in einem Wirker entdeckt hat, wurden die Wirker für mich nochmal sehr viel interessanter. Ich bin definitiv neugierig darauf, wie das Wirkergeheimnis im dritten Band gelöst wird.

Ich fand es sehr schön, dass der zweite Band (wie der erste auch) erstmal in unserer Welt spielt. Gerade da es so lange her war seit ich den ersten Band gelesen habe, empfand ich es als angenehmeren Einstieg zurück in diese Geschichte, dass ich nicht gleich wieder in die andere Welt geworfen wurde. Außerdem wurde so die Verbindung zu unserer Welt wiederhergestellt, was ich ganz interessant fand, da sich viele Fantasy Geschichten die erst in unserer Welt beginnen und danach in eine andere Welt gehen, meistens so stark auf die Fantasy Welt konzentrieren, dass die Bindung zu unserer Welt sehr schnell abfällt. 

Neu war auch in diesem Buch, dass Lily eine Verbindung zu Lillian hergestellt hat und man Einblick in Lillians Gedanken bekommen hat, die Lillian mehr Tiefe gegeben haben. Das empfand ich als sehr gut gewählten Schachzug der Autorin. Lillian, die im ersten Buch noch als das komplette Gegenteil von Lily dargestellt wurde und als Bösewichtin charakterisiert wurde, bekam plötzlich mehr Tiefe und es kam sogar soweit, dass sowohl man als Leser als auch Lily sie verstehen konnten und ihre Handlungen nachvollziehen konnten. Das fand ich sehr beeindruckend, da es der ganzen Geschichte mehr Tiefe gab.
Dieser zweite Band verwischte die klar gezeichneten Strukturen von Gut und Böse des ersten Bandes und stellte sowohl die Hauptfiguren im Buch als auch einen als Leser selbst vor eine Zwickmühle. Diejenigen die im ersten Band als die Guten eingeführt worden waren, bekamen plötzlich Risse und hatten Absichten die man eher fragwürdig fand, und die die als das Böse dargestellt worden war war plötzlich nachvollziehbar. Das Gute und das Böse verschmolzen miteinander und dadurch wurden einige Charaktere sehr viel runder und interessanter.

Die Sache mit den in die Haut geritzten Zeichen erinnerte mich ziemlich an die momentane dritte Staffel von Riverdale und das Mysterium darin. 


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