Rezension zu FRÜHLING IN PARIS von Fiona Blum, Goldmann Verlag

 
 



 

FAKTEN ZUM BUCH

 
Titel: Frühling in Paris
Autor: Fiona Blum
Verlag: Goldmann
Preis: 15,00€
Seitenzahl: 288
Erscheinungsdatum: April 2017
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Buchart: Gebunden
Genre: Roman mit französischem Flair
Rezensionsexemplar? Ja. Dieses Buch wurde mir vom Goldmann Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich an dieser Stelle. :)
Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.
 
 
 

KLAPPENTEXT

 
   




 

WORUM GEHT ES?

"Frühling in Paris" handelt von mehreren Figuren, die alle gemein haben, dass sie in Paris in der Rue d'Estelle wohnen. Abgesehen davon sind sie alle sehr unterschiedlich und gerade nicht wirklich zufrieden mit sich und ihrem Leben. Da gibt es einmal den Clown Nicolas, der sehr viel Traurigkeit hinter seiner lustigen Art versteckt; dann ist da die Primaballerina Camille, die vollkommen abseits der Realität im Ballettuniversum lebt und dort verloren zu gehen scheint; oder der russische Tabakladenbesitzer Isaac, der noch immer vom Tod seiner Frau bedrückt ist. In der Rue d'Estelle gab es bis vor ein paar Jahren eine Bäckerei, die die ganze Straße belebt hat, doch dann verstarb die Bäckereibesitzerin Isabelle Bonnet und mit ihr auch die Lebensfreude in der Straße. Isabelles Freundin aus Kindheitstagen, Paulette, beschließt eines Tages, dass wieder Leben in die Rue d'Estelle kehren muss und schreibt Isabelles Nichte Louise Barclay, dass Isabelle dieser eine Wohnung in Paris vermacht habe. So kommt die halbfranzösische, halbenglische Louise aus London angereist und bringt eine große Portion an Lebensfreude zurück in die Rue d'Estelle.
An dieser Stelle beginnt der Roman und stellt Louise erstmal als Protagonistin dar. Allerdings werden all die anderen Charaktere ebenfalls im Laufe der Geschichte näher beleuchtet und werden damit ebenfalls als Hauptcharaktere dargestellt.
 
Dieses Buch geht auch kurz auf die Terroranschläge in Paris im November 2015 ein.
 
 
 
 

MEINE MEINUNG

 
Das Buch hat einen eher eigenen Schreibstil, wodurch es mir anfangs schwer fiel, in die Geschichte reinzukommen. Andauernd habe ich Wörter überlesen und somit immer wieder den Faden verloren.

Der Roman ist aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben, und da ich schon länger kein solches Buch mehr gelesen habe, fühlte es sich erstmal etwas seltsam an, trug dann aber sehr dazu bei, dem Buch einen gewissen eigenen Charme zu verleihen.
Manchmal greift der Erzähler in die Geschichte ein, wenn da zum Beispiel steht, "dass hier aber eine andere Geschichte erzählt wird", und das als Grund genommen wird, um manches nicht weiter zu vertiefen. Dadurch hat man als Leser das Gefühl, dass ein Plan, eine Struktur hinter dem ganzen steckt, und bewusst diese Geschichte erzählt werden wollte. Das war für mich ungewohnt aber gerade deshalb auch erfrischend.

Paris wird von Anfang bis Ende wunderbar beschrieben, was einem als Leser eine unglaubliche Lust darauf macht, dorthin zu reisen. Der französische Charme ist auf jeder Seite spürbar und hüllt einen beim Lesen richtig ein. Es kam mir stets so vor, dass ich in eine heile Welt entfloh, wann immer ich das Buch aufschlug.
 
Bevor die Geschichte überhaupt beginnt, befindet sich eine Seite mit einem Rezept - oder vielmehr einem Gedicht - zur Kunst des Macaronsbackens. Da ich selbst Macarons unglaublich liebe, und mich auch selbst mal am Macaronsbacken versucht habe, hat mich das direkt sehr angesprochen. (Wenn man das Buch zuende gelesen hat, bekommt diese Seite nochmal mehr Bedeutung.)
 
 
   


 
 
 
Ich würde dieses Buch nicht als Sommerbuch empfehlen, da es dafür stellenweise zu zäh und langwierig zu lesen ist. Da lese ich im Sommer immer lieber etwas leichteres. "Frühling in Paris"
eignet sich durch den großen Fokus auf das Backen eigentlich eher für den Winter, wie ich finde.
Ich konnte immer nicht viel am Stück lesen, ohne dass ich lieber etwas anderes tun wollte. Oft hat mich das Lesen des Buches auch müde gemacht, obwohl ich das Buch nie schlecht fand. Es war einfach stellenweise etwas träge.
 
Es hat mich sehr überrascht, als das Buch plötzlich den Terroranschlag vom November 2015 aufgegriffen hat. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, da das nirgendwo in der Inhaltsangabe oder im Klappentext erwähnt wird. Das hat dem sonst so poetischen Buch sehr viel harte Realität und Aktualität gegeben. Jedoch wurde es mir dennoch zu kurz und banal angeschnitten, dafür dass es einen Charakter so betroffen hat.
 
Die Geschichte kam mir generell recht anders vor, als ich sie mir nach dem Lesen des Inhaltes vorgestellt hatte, was mich aber positiv überrascht hat. Ich hatte eigentlich eher ein sehr seichtes Buch erwartet, jedoch bekommen einige Charaktere sehr viel mehr Tiefen als ich das nach der Inhaltsangabe gedacht hätte.
 
Was mich sehr gewundert hat, war, dass plötzlich innerhalb der Geschichte einige italienische Zitate vorkamen. Da ich erst vor kurzem ein Buch über Italien gelesen habe, und mich jetzt eben auf ein französisches Buch gefreut hatte, hat mich das irgendwie verwirrt. Die Übersetzungen dieser italienischen Zitate befanden sich dann ganz hinten im Buch, was ich etwas unglücklich gelöst fand. Hätte man die Übersetzung einfach als Fußnote am Ende der jeweiligen Seite geschrieben, wäre das bequemer für den Leser gewesen. Auch wenn das dem einen Charakter etwas Eigenes geben sollte, hätte ich mir dennoch für dieses Buch lieber französische Zitate gewünscht.
 
Alle Figuren wirkten auf mich sehr unkonventionell, vorallem in ihren Interessen und Berufen, und waren dadurch sehr interessant. Es ist schön, dass das Buch sich nicht nur auf einen Charakter beschränkt, sondern mehrere Charaktere des Hauses beleuchtet. Vor allem über Camille und Nicolas habe ich gerne mehr erfahren. Ich finde vor allem ihre beiden Berufe sehr interessant, da ich noch nie über diese gelesen habe. Gerade Nicolas als Straßenkünstler hat mir einen neuen Blickwinkel auf diesen Beruf gegeben. Dennoch hätte ich nur zu gerne noch mehr von Nicolas erfahren. Er blieb trotz einiger Enthüllungen bis zum Ende recht undurchsichtig für mich.
 
Das Coverbild des Buches passt irgendwie nicht so recht zu Louise Barclays Aussehen. Gerade da im Buch andauernd ihre spezielle Haarfarbe verschieden umschrieben wird, habe ich mich darüber gewundert, dass dann beschlossen wurde, sie auf dem Cover mit schwarzen Haaren abzubilden.
 
Was ich sehr schade finde ist, dass der Klappentext schon die komplette Entwicklung der Geschehnisse der ersten 150 Seiten vorwegnimmt. (Und das mit einem einzigen Satz.) Da das Buch ja nur 288 Seiten hat, ist das schon sehr viel. Die Geschichte wird vollkommen anders im Klappentext dargestellt als sie eigentlich ist. Deshalb habe ich mich auch in meiner Rezension dazu entschieden, nicht den Klappentext sondern den Umschlagtext abzubilden.
Durch diese Vorwegnahme fehlte dem Buch auch jede Art von Spannung für mich.
 
Nach einer Weile empfand ich den Schreibstil des Romans als richtig gut und sehr schön. Wenn man sich darauf einlässt, ermöglicht es dieser Schreibstil einen, vollkommen in das Buch abzutauchen und sich wie in Paris zu fühlen.
 
Was mir außerdem sehr gut gefallen hat, waren die Unterteilungen des Buches, welche den neuen Teil mit einem französischen Begriff aus dem klassischen Ballett einleiten. Das hat dem Buch etwas kleines, feines gegeben und sich durch Camille, die Primaballerina, auch auf den Inhalt des Buches bezogen.
 
   


   


 
 
 
 
 

FAZIT

 
"Frühling in Paris" hält, was es mit seinem Titel verspricht, und behandelt Paris fast wie einen weiteren Charakter. Paris ist ein zentraler Bestandteil des Buches. Die Geschichte hüllt einen während des Lesens definitiv in eine eigene Atmosphäre ein, die ganz viel sympathischen französischen Charme versprüht.
Ich mochte die vielen unterschiedlichen Charaktere des Buche sehr gerne. Durch ihre unkonventionellen Berufe und Eigenarten haben sie dem Roman sehr viel eigenes und charmantes verliehen.
Es ist sehr schade, dass so viel der Geschichte bereits im Klappentext vorweggenommen wird, da so für mich schon sehr vieles als Fakt feststand, während die Figuren sich in der Geschichte dies erst noch erarbeiten mussten.
Das Lesen von "Frühling in Paris" war eine sehr schöne Erfahrung und ich habe mich währenddessen wie in einer heilen Welt gefühlt.
 
Das Buch hat mir gut gefallen, und ich kann es auch weiterempfehlen. Jedoch ist es nichts außergewöhnliches oder wahnsinnig tolles, weshalb man es nicht gelesen haben muss. Wenn man es liest, bereichert es einen allerdings um einen französischen Flair, interessante Charaktere und eine andere Sichtweise auf Akrobaten.
 
 
 

MEINE BEWERTUNG

Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

 
 
 
 

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