Rezension zu "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson, cbt Verlag






FAKTEN ZUM BUCH



Titel: Ich Gebe Dir Die Sonne
Englischer Titel: I'll Give You The Sun
Autor: Jandy Nelson
Verlag: cbt Verlag
Genre: Familien- & LGBTQ Drama
Seitenzahl: 474
Erscheinungsdatum: 2016
Buchformat: Gebunden/Hardcover
Preis: 17,99 €
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Rezensionsexemplar?
Ja. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom cbt Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.
Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.




KLAPPENTEXT



 




MEINE MEINUNG



Ich habe dieses Buch so geliebt und in mich aufgesaugt und kann es euch wirklich nur aller wärmstens empfehlen.


Das Cover hat mich unfassbar angesprochen und das Buch ist dadurch auch wahnsinnig fotogen.

Als ich angefangen habe es zu lesen, habe ich sofort 150 Seiten in einem Rutsch durchgelesen, und das soll wirklich was heißen, denn normalerweise lese ich nie so viele Seiten auf einmal.
Ich habe nur ganz kurz gebraucht, um reinzukommen, da es mir anfangs etwas zu viele Schimpfwörter waren, aber dann wurde ich so in das Buch und die Geschichte eingesaugt, dass ich plötzlich schon so viel gelesen hatte.

Es gibt keine wirklichen Kapitel in dem Buch, da es abwechselnd aus der Sicht von Noah und aus der Sicht von seiner Zwillingsschwester Jude erzählt wird, jedoch erzählen beide jeweils von einem unterschiedlichen Zeitpunkt aus.

Das Buch ist so ganz anders als alles was ich bisher gelesen habe, da die Charakter so unglaublich einzigartig, komplex und ausgearbeitet sind, dass sie so wahnsinnig real wirken. Sie denken fortan und reflektieren sich konstant selbst, womit ich mich sehr identifizieren kann. Dadurch dass die Charaktere so tiefgründig und vielschichtig waren, konnte mich die Geschichte wirklich vollkommen in ihren Bann nehmen. Diese Komplexität und Tiefe ist auch schon nach so wenig Seiten spürbar und hat mir wirklich oft den Atem geraubt.
Als Leser wird man hier erstmal mit etwas ganz anderem konfrontiert, doch wenn man sich darauf einlässt, kann man eine ganz außergewöhnliche Zeit mit dem Buch verbringen.

Ich bin auf das Buch durch den Hype drum herum gestoßen, und finde es jetzt, nachdem ich es gelesen habe, wirklich großartig, dass so vielen Leuten das Buch gefällt, da es doch sehr speziell ist und es eher einem Geheimtipp gleicht.

Vorallem Noahs "Kapitel" haben mir unfassbar gut gefallen. Er ist so ein wahnsinnig interessanter Charakter und ich konnte gar nicht aufhören, mehr über ihn erfahren zu wollen und alles an neuen Informationen in mich aufzusaugen. In seinen Teilen haben mich immer nur die Ausdrucksweise bei den Schimpfwörtern gestört, das hätte ich nicht unbedingt gebraucht.
Aber davon abgesehen sprudeln Noahs Kapitel wirklich über vor Emotionen und Gedanken, welche so intensiv und mitreißend geschrieben sind.

Obwohl mir Jude im Endeffekt dann doch sehr ans Herz gewachsen ist, brauchte ich viel länger um mit ihr warm zu werden als das mit Noah der Fall war. Seine "Kapitel" habe ich immer regelrecht verschlungen, während ich bei Judes oft nach vorne geblättert habe, um zu sehen wann Noah wieder dran ist. Es fiel mir etwas schwer, mit Judes "Eigenarten" vertraut zu werden, da diese doch auf einer ganz anderen Ebene sind, als Noahs, und schwerer zu .. begreifen sind.

Dennoch hatte ich das Gefühl, dass man mit all den wahnsinnig gut ausgearbeiteten Charakteren in der Geschichte noch viel mehr hätte machen können, eine noch tiefschürfendere Geschichte hätte erzählen können als die die erzählt wurde. Obwohl mich das Buch wirklich sehr emotional berührt hat, wurde ich das Gefühl nicht los, dass noch mehr möglich gewesen wäre.

Bevor ich das Buch angefragt habe, wusste ich schon, dass es einen LGBTQ Charakter haben wird, was mich auch hauptsächlich neben dem Hype dazu motiviert hat, das Buch lesen zu wollen.

Dadurch dass aber beide Zwillinge in ihren Teilen jeweils aus der Ich-Perspektive schreiben, kommt der LGBTQ Aspekt extrem normal rüber. Und das fande ich doch recht faszinierend. Denn im Prinzip liest man das gleiche, wie wenn man ein Buch aus der Ich-Perspektive eines Mädchens liest, das sich in einen Jungen verliebt. Man weiß nur im Fall von "Ich gebe dir die Sonne", dass das "Ich" jetzt für einen Jungen stehen soll und nicht für ein Mädchen. Also ist es hauptsächlich unsere eigene Vorstellung, die es sich schwul vorstellt. Deshalb finde ich, dass es eine gute Möglichkeit wäre, wenn homophobe Menschen, oder auch welche, die sich schwer tun, mit dem Thema LGBTQ warm zu werden, erstmal ein Buch wie dieses lesen würden. Denn das Einzige was das Problem für sie darstellen würde, wäre ihre eigene Vorstellung, weshalb sie sich viel mehr mit sich selbst und ihrem Problem damit auseinandersetzen müssten, und das ganze erstmal selbstreflektierend behandeln müssten, statt ihre Ansichten nach außen zu tragen.
Für Neueinsteiger in das Thema LGBT und für alle die sich noch nicht damit wohlfühlen aber sich dafür interessieren, kann ich das Buch wirklich sehr empfehlen.


Etwas das mir besonders gut gefallen hat an dem Buch war die enorme Bindungskraft zwischen den Zwillingen Noah und Jude. Die Verbindung zwischen beiden wurde extrem eindringlich, glaubwürdig und einzigartig beschrieben. Dieser Bund war so spürbar, so stark und kraftvoll und unabdingbar und fühlte sich auch wie der rote Faden an, wie die Kraft, die sich durch das ganze Buch zog und es zusammenhielt.


Das Buch quillt fast über vor Kunst und einer enormen Leidenschaft für diese. Es macht unglaublich Lust, selbst etwas zu erschaffen, zu zeichnen, malen oder zu bauen. Die künstlerische Leidenschaft der Figuren war so extrem spürbar.

Ich fand es auch sehr schön und interessant, wie sich nach und nach einige Puzzleteile zusammengesetzt haben und das Buch zu einem Gesamtwerk, zu einem großen Ganzen wurde.


Ich habe wirklich eine so intensive Bindung zu dem Buch aufgebaut, dass ich oft einfach mein Gesicht in den Seiten vergraben habe, da es so gut gerochen hat. Oft habe ich es nach emotionalen Stellen auch einfach an mich gedrückt. Für alle Nicht-Buchnerds mag das jetzt wahrscheinlich seltsam klingen, aber nur wenige Bücher haben diesen Effekt bei mir, weshalb ich das unbedingt noch erwähnen wollte.


Obwohl das ganze Buch immer wieder tiefgreifende Stellen hat, haben mich dennoch vorallem das Ende, bzw die letzten Seiten sehr berührt. Ich wollte es einfach nicht gehen lassen, sondern noch weiter daran festhalten - die Charaktere noch nicht loslassen. Ich wollte nicht wahrhaben, dass das die letzte Seite war. Die letzten Seiten waren fast zuviel um emotional mitzukommen.








FAZIT



Lest dieses Buch. Es ist so ein unglaublich einzigartiges Buch..-und so langsam gehen mir die Adjektive aus. :D Es ist so völlig anders als alles was ich je gelesen habe und so wahnsinnig intensiv. Es hat mich völlig in sich ein- und aufgesaugt und mich sehr emotional berührt.
Ich kann es euch nur wärmstens empfehlen.




MEINE BEWERTUNG


Ich verleihe diesem Buch 5 von 5 Sternen.






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