Rezension zu "Glückssterne" von Claudia Winter, Goldmann Verlag



FAKTEN ZUM BUCH



Titel: Glückssterne
Autor: Claudia Winter
Verlag: Goldmann Verlag
Genre: Schottland-Liebes-Familien Drama/Roman
Seitenzahl: 380 (Rezepte mitinbegriffen)
Erscheinungsdatum: Januar 2017
Buchformat: Taschenbuch
Preis: 9,99€
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Rezensionsexemplar? Ja. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.
Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.


KLAPPENTEXT







INHALT


Josefine steht kurz vor ihrer Heirat als plötzlich der Ehering verschwindet, den die Frauen ihrer Vorfahren stets bei ihren Hochzeiten getragen haben. Laut Josefines Großmutter liegt eine Art Fluch auf dem Ring, welcher bekräftigt dadurch ist, dass all die Ehen, die ohne diesen Ring geschlossen wurden, stets nur ein halbes Jahr gehalten haben. Um den Ring zu finden, reist Josefine kurzerhand nach Schottland, wo sie ihre Cousine Charlie und den Ring vermutet. In Schottland passiert Josefine buchstäblich ein Unglück nach dem anderen, was sie dazu zwingt, ihre bisherige Lebenseinstellung zu überdenken. Es beginnt eine abenteuerliche, unterhaltsame und unvorhersehbare Reise durch Schottland und alles was das Land zu bieten hat.






VORAB: Schottland vs. weihnachtlich anmutendes Cover?


Ich habe dieses Buch vorrangig deshalb bestellt, da ich Schottland in der Inhaltsbeschreibung gelesen haben und da sehr hellhörig wurde. Seit ich der Outlander Reihe verfallen bin, kann ich gar nicht genug von Schottland bekommen. Ich kann auch hier schon versprechen, dass ich bei dem Buch auf jedenfall auf meine Schottlandkosten gekommen bin und jetzt nur noch mehr Lust habe, einmal selbst nach Schottland zu reisen.

Da das Buch wie gesagt auch verspricht was es mit Schottland andeutet, hätte es mir noch besser gefallen, wenn auch das Cover schottischer gewählt wurde. Denn ich hatte irgendwie allein durch das Cover angenommen, dass das Buch irgendwie weihnachtlich ist, was aber überhaupt nicht der Fall ist. Es hätte sich bei dem Inhalt so angeboten, wenigstens eine Distel vorne draufzusetzen.






MEINE MEINUNG



Erster Eindruck - deutsches Buch, deutsche Autorin


Zu Beginn des Buches war ich erstmal sehr überrascht, dass es in Frankfurt spielt, und habe dann auch erst gesehen, dass die Autorin deutsch ist. Anfangs wusste ich nicht so ganz, was ich davon halten soll, da ich das Buch ja wegen Schottland lesen wollte, und es mir erstmal zu deutsch war.
Jetzt im Nachhinein kann ich aber sagen, dass ich es sehr angenehm fand, keine deutsche Übersetzung sondern ein von vornherein in deutsch geschriebenes Buch zu lesen. Man merkt es einfach und es ist mal ganz erfrischend.


Familiendrama


Da ich bis auf Schottland vorher rein gar nichts von dem Buch wusste, hat mich das erste Kapitel, bzw. der Prolog gleich sehr verwundert. Es fing so gar nicht an, wie ich es irgendwie erwartet hätte, und konnte mich da schon ziemlich für mich gewinnen, da ich einfach gleich gespannt war, auf was das denn hinauslaufen sollte.
Ich mag so große Familien, wie sie hier dargestellt wird, wirklich gerne. Wenn viele unterschiedliche und eigenartige Persönlichkeiten zusammenkommen, entsteht meistens eine wunderbare Dynamik die recht amüsant zum Lesen ist. So war es auch hier der Fall, was mich sehr gut unterhalten konnte. Auch bieten so komplexe Familiengespanne immer einen angenehmen Ausgleich zum Fokus auf die Protagonistin und vorallem ist es interessant zu sehen, wie sich die Protagonistin in dem Familiengespann verhält und welche Rolle sie da einnimmt. Das ganze hat mich gleich ein wenig an die Familiensituation in der Edelstein Trilogie erinnert, die mir dort auch sehr gut gefallen hat. Die Geschichte bekommt viel mehr Fülle, wenn man als Leser in Familiendrama verwickelt wird, finde ich.

 


Schreibstil


Der Schreibstil hat mir viel Spaß gemacht und mich durchgehend amüsiert und unterhalten. Mir wurde eigentlich nie langweilig, sondern eher wurde ich im Verlauf des Buches immer mehr von dem ganzen gefesselt und konnte Seite für Seite tiefer in die Geschichte abtauchen. Vorallem die zweite Hälfte des Buches, habe ich dann fast in einem Zug durchgelesen, da ich gar nicht mehr aufhören konnte. Es war einfach wunderbar, in das Geschehen abzutauchen, da es sich etwa ab der Hälfte sehr dazu eignete, darin zu versinken und die Außenwelt vollkommen auszublenden.
Mir hat auch sehr gefallen, dass das Buch von Anfang an Spannung aufbaut, und sehr schnell zum Eigentlichen, nämlich dem was schon auf dem Klappentext angeteasert wird, kommt.



Kapitellänge


Ich tat mir zu Beginn des Buches wirklich schwer, in die Geschichte hineinzukommen, da sich für mich das erste Kapitel nach dem Prolog so ewig hinzog. Generell empfand ich die durchschnittliche Kapitellänge als viel zu lang. Lediglich die letzten Kapitel verschlang ich dann hintereinander, doch vorher hatte ich damit wirklich meine Schwierigkeiten. Denn ich wurde so oft müde bevor ich ein Kapitel beendet hatte, weshalb mein Lesetempo ziemlich verlangsamte. Ich kann euch nur empfehlen, euch durch das erste Kapitel durchzuzwingen, denn während dem Kapitel hatte ich schon gar keine Lust mehr auf das Buch, doch sobald ich das erste Kapitel gelesen hatte, gefiel es mir schon wirklich gut und ich hätte es definitv bereut, wenn ich nicht weitergelesen hätte.


Schotten, Schottland, Gälisch, Jamie Fraser


Wie oben schon erwähnt, hält das Buch was es im Bezug auf Schottland im Klappentext verspricht und vermittelte mir wirklich viel Schottland Feeling. Auch gefiel mir, dass man nicht wirklich lange darauf warten muss, da die Geschichte sehr schnell nach Schottland verlegt wird. Das Buch hat meine Schottland Liebe definitv neu entfacht und mir einige Schottland Träume beschert. Am liebsten würde ich jetzt sofort dorthin reisen.
Bei der Kombination Schottland + Buch, denke zumindest ich sofort an die Outlander Reihe und vorallem an James Alexander Malcolm MacKenzie Fraser aka Jamie Fraser, weshalb ich mich so gefreut habe, dass genau der auch mehrmals in diesem Buch Erwähnung findet. Generell lassen Referenzen mein Fangirl Herz immer höher schlagen, und taten es auch hier.
Dass einiges an gälischen Ausdrücken ebenfalls seinen Weg in das Buch gefunden hat, hat mich auch erstmal an Outlander erinnert, und mich auch sehr gefreut. Auch fand ich es hilfreich, dass immer neben einem gälischen Ausdruck der deutsche daneben geschrieben wurde.

Was ich dagegen befremdlicher empfand, war das Englische, das teilweise in die deutschen Sätze miteingebaut war. Da es sich ja eben hierbei nicht um eine Übersetzung ins Deutsche handelte, wurde das ja alles so geplant, was mir dennoch oft seltsam vorkam. So war ich mir eigentlich nie sicher, in welcher Sprache sich Josefine und die Schotten nun unterhielten, da manche der Schotten deutsch sprechen konnten, andere aber nicht. Die immer wieder einfließenden englischen Wörter fand ich daher einerseits gut, da ich immer gerne englisch lese, andererseits aber doch etwas verwirrend.




Chemie zwischen Protagonistin und Schotte


Ich möchte hier nicht zu viel spoilern, und dennoch die Chemie der beiden hervorheben und loben. Die Spannung der beiden war förmlich durch die Seiten hinaus zu spüren und ich erwischte mich dabei, sie tatsächlich auch zu shippen. (shippen = Fangirlsprache, kommt von RelationSHIP, meint, dass man zwei Charaktere unbedingt zusammen kommen sehen will)
Auch wenn es ziemlich unrealistisch ist, wie oft jener Schotte in dem Buch auftaucht, hat es mir dennoch sehr gefallen, da die beiden Figuren dadurch einfach so viel mehr Austausch haben konnten, als wenn sie sich nur realistisch oft über den Weg gelaufen wären.
Außerdem gefiel mir auch, dass es eigentlich nie zu kitschig wurde, und niemand von beiden den anderen in den Himmel gelobt hat und nahezu vergöttert und angebetet hat, wie es leider zu oft vorkommt. Denn trotz des Fehlens dessen war dennoch für mich die Zuneigung und Anziehung zwischen beiden vollkommen klar spürbar und auch viel realistischer als wenn man als Leser nur ständig liest, dass er/sie der schönste Mensch sei, den er/sie jemals gesehen habe.


Protagonistin Josefine als starker Frauencharakter


Auch wenn ich Josefines Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte und mich jetzt nicht wirklich mit ihr identifizieren konnte, fand ich es dennoch toll, wie sehr sie sich im Laufe des Buches verändert hat. Was ihre Unabhängigkeit und Charakterstärke angeht, ist sie sehr gewachsen und konnte mich auf den letzten Seiten des Buches stolz machen. Dennoch bleibt sie sich selbst stets treu und hat einige Momente, die ich sehr realistisch fanden, die ich aber sonst nicht oft in Büchern gelesen habe.


Ende und Danksagung (keine Spoiler!)


Das Ende hat mir gut gefallen, da es das ganze Buch schön abgerundet hat, jedoch hätte ich mir dennoch ein paar Seiten mehr vor dem Epilog gewünscht, einfach um noch etwas genauer zu wissen, was nun weiterhin passieren wird.
Bei der Danksagung möchte ich besonders hervorheben, dass die Autorin sich beim Leser des Buches bedankt hat, was ich immer sehr schön finde und sehr gerne lese. Die Worte gefielen mir so gut, dass ich sie euch hier noch mitgeben möchte. Sie beinhalten keine Spoiler meiner Meinung nach.







FAZIT


Das Buch ist wirklich wunderbar unterhaltsam und amüsant geschrieben und hat mir sehr viel Spaß beim Lesen bereitet. Man kann vollkommen in die Welt abtauchen und sich vom Alltag ablenken. Ich konnte vorallem ab der zweiten Hälfte des Buches gar nicht mehr aufhören, weiterzulesen und darin zu schwelgen. Denn das Buch kreiert eine so schöne heile Welt, in der ich immer wieder versinken konnte und wollte. Ich empfand das Geschehen auch nie als langweilig da eigentlich ständig etwas passierte. Da das Buch wirklich zum Großteil in Schottland spielt, hat es mir unglaubliche Lust auf das Land gemacht. Auch die Liebesgeschichte im Buch gefiel mir wirklich gut, da sie nicht kitschig dargestellt wurde, und mich wirklich packen konnte.
Ich kann das Buch auf jedenfall empfehlen. Es ist wunderbar geeignet, um als leichte Lektüre und Ablenkung für zwischendurch einen von Schotten und Schottland träumen zu lassen.


MEINE BEWERTUNG


Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 Sternen.






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