Rezension zu "DARK LOVE - Dich darf ich nicht finden" von Estelle Maskame, Heyne Verlag


 


FAKTEN ZUM BUCH




Deutscher Titel: DARK LOVE - Dich darf ich nicht finden
Englischer Titel: Did I Mention I Need You (DIMINY)
Band: 2 von 3
Autor: Estelle Maskame
Verlag: Heyne
Preis: 9,99 €
Seitenzahl: 442
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Buchart: Taschenbuch
Genre: Liebesroman
Rezensionsexemplar?: Ja. Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich an dieser Stelle! :)
Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.




KLAPPENTEXT


 





INHALT


 

Eden hat ihren Stiefbruder Tyler seit einem Jahr nicht gesehen, jedoch nach wie vor verbotene Gefühle für ihn. Als Tyler ihr anbietet, für sechs Wochen den Sommer in New York mit ihm zu verbringen, kann sie, obwohl sie inzwischen mit Tylers besten Freund Dean zusammen ist, nicht ablehnen. Sechs Wochen liegen nun vor den beiden, in denen Eden sowohl New York als auch die Tiefe ihrer Gefühle für Tyler entdeckt. Doch natürlich gibt es da einige Personen, denen diese Gefühle vollkommen zuwider sind, und die alles dafür tun, um sie zu zerstören.




 MEINUNG



Ich habe mich sehr auf diesen 2. Teil gefreut, da mir der 1. Teil sehr gut gefallen hat. (Rezension davon: hier) Jedoch musste ich schon von Beginn dieses Bandes feststellen, dass sich extrem viel verändert hat, in den zwei Jahren, die zwischen dem 1. und 2. Teil liegen, und das nicht wirklich zum Besseren für mich als Leser.
Um es vorwegzunehmen: Ich war ziemlich enttäuscht von dem Buch, weshalb der NEGATIVES Part diesmal auch ziemlich lang ausfallen wird. Das finde ich selbst sehr schade.
Doch erstmal zum Positiven:


 POSITIVES



OPTIK


Das Buch ist erstmal ein wahrer Hingucker, da das Cover einfach so viel Sommerfeeling versprüht und auch noch wie Fotopapier glänzend ist. Es liegt super schön in der Hand und ist auch am Buchrücken etwas stabiler, sodass nicht sofort Leserillen entstehen.
Generell hat es einfach eine schöne Dicke und fühlt sich während des Lesens sehr gut an.
Und natürlich ist es einfach wahnsinnig fotogen. :D ♥





NEW YORK


Im Gegensatz zum ersten Buch, welches in Los Angeles spielt, verbringt Eden ihren Sommer diesmal in NEW YORK. Und wie auch schon im ersten Teil, spielt die Umgebung auch hier eine zentrale Rolle. Estelle Maskame's Schreibstil kommt besonders bei der Stadtbeschreibung wirklich fantastisch zur Geltung. Ich konnte mir das Großstadtfeeling sehr gut vorstellen und habe teilweise auch nur wegen New York weitergelesen, wenn mich das sonstige Drama zu sehr genervt hat.
Die Autorin hat es einfach wirklich drauf, einem das Gefühl für den Schauplatz zu geben, weshalb ich wirklich das Gefühl habe, dass ich gemeinsam mit Eden die Stadt erkunde.
Ich mochte, dass sie einerseits wahnsinnig beeindruckt war, aber andererseits auch einiges kritisiert hat. Das hat mir das Gefühl einer realitätsnahen Beschreibung gegeben.


CHARAKTERVORLIEBEN


Auch wenn es in diesem Buch nicht so ausgeprägt vorkommt, wie ich es mir gewünscht hätte, gefallen mir die individuellen Interessen von Tyler und Eden immer noch sehr gut. Und vorallem gefällt es mir, dass sie auch darüber reden. In vielen Liebesgeschichten die ich in letzter Zeit gelesen habe, ging es kaum um den Charakter der beiden Verliebten sondern primär um die physische Anziehungskraft zwischen beiden. Dabei finde ich es als Leser viel spannender, wenn sich die Charaktere auf psychische Weise kennen lernen und einfach da mehr über sich herausfinden, statt ewig nur über die Äußerlichkeiten des Anderen zu schwärmen. (Auch wenn das auch zu genüge in diesem Buch stattfindet...)


ABWECHSLUNGSREICHE AKTIVITÄTEN


Was mir hier wie auch schon im ersten Teil gut gefallen hat, war, dass die Charaktere einfach immer etwas unternommen haben. Obwohl ich selbst nicht der Typ bin, der ständig etwas unternimmt, macht es das Lesen doch wesentlich spannender und abwechslungsreicher.
Dabei gefällt es mir auch, dass es sich um verschiedene Freizeitaktivitäten handelte. Das hat der Geschichte einfach mehr "Drumherum" gegeben.


FLÜSSIG ZU LESEN


Auch wenn ich mir teilweise wirklich schwer tat, da das Buch seine Längen hat, habe ich doch vorallem die 2. Hälfte des Buches wieder wunderbar flüssig und leicht durchlesen können.
Das liegt vorallem auch daran, dass die Autorin einfach keine Langeweile zulässt, und man dadurch automatisch die Seiten schneller umdreht, um zu wissen wie es weiter geht.



2. HÄLFTE DES BUCHES (evtl. SPOILER!)


Die zweite Hälfte des Buches hat mir vorallem deshalb wieder viel besser gefallen, da ab da wieder einige altbekannte Charaktere auftauchen, welche Tyler und Eden wieder zurück in ihre Rollen aus Teil 1 drängen, in welchen sie mir ohnehin besser gefallen haben. Generell kommt einfach viel mehr Dynamik in die Geschichte, sobald diese Charaktere das Geschehen wieder aufmischen.
(Auch wenn mir diese zurückgekehrten Charaktere alle nicht wirklich sympathisch sind..)





NEGATIVES


So. Leider gibt es davon diesmal eine ganze Menge. Wie ich auch schon in meinem letzten Instagram Post zu diesem Buch geschrieben habe, habe ich mich teilweise wirklich extrem über die Geschichte, bzw. vorallem über das Verhalten der Protagonistin aufregen können.


EDENS VERHALTEN / ART (evtl. Spoiler!)


Tja. Während Eden mir im ersten Band noch wahnsinnig sympathisch war, ich mich total mit ihr identifizieren konnte, und es genossen habe, die Geschichte aus ihrer Sicht zu lesen, hatte ich dieses Mal des öfteren den Wunsch, ihr das Buch an den Kopf zu donnern. :/
Von Anfang an schien Eden negativ verändert zu sein, und statt reifer, wie sie es selbst behauptet (immerhin sind 2 Jahre vergangen seit Buch 1), kam sie mir einfach nur lächerlich und kindisch und vorallem total theatralisch vor.
Edens Gedanken drehen sich eigentlich nur noch um Tyler, obwohl sie ja jetzt einen Freund hat, der sie sehr gut behandelt.
Das wirft bei mir gleich zwei Probleme auf:
1. Den Verlust von Edens eigenständigen Charakter, welcher sie im ersten Band noch war
und
2. Den Beginn ihres eiskalten, selbstsüchtigen und wirklich assozialen Verhalten, ihrem Freund Dean gegenüber.
Aber dazu später mehr.

Die erste Hälfte des Buches hat mich eine Sache am allermeisten genervt, und das war Edens übertriebene Eifersucht, die so vollkommen ungerechtfertigt und bescheuert ist, wenn man sich überlegt, dass sie einen Freund hat, nicht Tyler.
Dennoch fühlt sie sich immer in der Position, dass Tyler ja eventuell doch über sie hinweg ist, während sie es ja so offensichtlich nicht wäre. Dabei dachte ich mir als Leser immer nur so: WTF?!
Sie hat da einfach eine so verschleierte Ansicht und rastet ständig komplett aus, sobald ein Mädchen auch nur mit Tyler spricht, während sie vor sich selbst immer wieder behauptet, dass sie Dean ja auch liebt.
Je öfters sie diesen Gedanken äußerte, hätte ich sie am liebsten Mal gefragt, was ihre Definition von Liebe denn sei.
Denn keinen Kontakt mit der Person haben wollen, sie am liebsten nie wieder sehen müssen, die ganze Zeit mit einem anderen rummachen zu wollen, und generell nur über einen anderen nachzudenken, ... da liebt man diese Person doch nicht?!
Und das zieht sich wirklich ziemlich und hat mich öfters dazu gebracht, das Buch einfach abbrechen zu wollen.

Das andauernde "So wie Tyler jetzt schaut ist er sicher komplett über mich hinweg." Hirngespinst in Edens Kopf ging mir wirklich auf die Nerven.
Zum Glück war ihr schlagfertiger und eigentlich recht aufgeschlossener Charakter dann doch nicht ganz verschwunden, und sie sprach ihre Probleme wenigstens immer relativ schnell aus, sodass sie dann auch schnell geklärt werden konnten.
Und trotzdem war es einfach so unnötig, das mit lesen zu müssen. Eden ist so wahnsinnig besessen davon, dass Tyler über sie hinweg sei und es ihr unbedingt sagen soll.
Ihre Beziehung zu Dean ist ihr im Prinzip komplett egal und erinnert mich total daran, wie Tyler Tiffani im ersten Band behandelt hat, bzw wie er über sie gesprochen hat.
Zwar ist Eden da ziemlich heuchlerisch und redet sich selbst ein, dass sie Schuldgefühle hätte, aber im Endeffekt ist er ihr komplett egal.
Da ist mir immer Tyler positiver aufgefallen, der dann wenigstens noch an Deans Existenz gedacht hat, während Eden ihn am liebsten einfach aus ihrem Gedächtnis verbannt hätte.

Es ist auch irgendwie matt und langweilig, dass ein großer Teil des Buches daraus besteht, dass das neue Hindernis für das Zusammenkommen von Eden und Tyler nun einfach die umgedrehte Lage aus dem ersten Band ist. Da hatte Tyler eine Freundin, jetzt ist Eden an der Reihe. Das wirkt einfach konstruiert.

Ihr merkt schon, ich kann gar nicht aufhören, mich über Eden aufzuregen. Aber ihr Verhalten war auch einfach schrecklich mit anzulesen.

Sie tut so, als könne sie sich nicht zwischen Dean und Tyler entscheiden, dabei interessiert Dean sie doch offensichtlich einen Dreck.

Ihr Verhalten ist einfach lächerlich und widersprüchlich. Im einen Moment meint sie, dass der Unterschied zwischen ihren Gefühlen zu Dean und Tyler wäre, dass sie Dean liebe und in Tyler verliebt wäre, und im nächsten spricht sie wieder davon, dass sie Tyler über alles liebt.
Wieder denke ich mir: WTF?!

Eden wurde mir von Seite zu Seite unsympathischer, was mir das Lesen wirklich schwer gemacht hat, da ja alles aus ihrer Perspektive geschrieben ist. In diesem Buch wäre ich wirklich mehr als dankbar für einen Perspektivwechsel gewesen, da es mit Eden einfach nicht zum Aushalten war.

Sie lebt eigentlich nur noch für Tyler und sobald irgendjemand weibliches mit ihm spricht, rastet sie komplett aus und zieht dermaßen über die Person her, dass ich teilweise wirklich angwidert von Edens Charakter war. Gleichzeitig hält sie sich aber Dean schön warm, falls das mit Tyler doch nichts wird.

Dean tat mir wirklich leid, auch wenn ich sonst keinen Bezug zu seinem Charakter hatte. Er kam mir generell einfach nur als Hindernis vor, was dem Buch ein Problem, bzw. einen Inhalt geben sollte.

Einmal meinte Eden auch, dass sie vor zwei Jahren, also im 1. Buch, so kindisch gewesen wäre, wobei ich mir einfach nur dachte: Nein Nein Nein Nein. Im ersten Buch war Eden noch ein unabhängiger Charakter und nicht so vollkommen abhängig von Tylers Zuneigung wie jetzt.


Dadurch dass Eden mir immer unsympathischer wurde, habe ich mich teilweise sogar gefreut, wenn es mal wieder schlecht für sie lief, weil sie es in meinen Augen einfach so verdient hatte. :D

Eden bemitleidet sich selbst mehr als dass sie sich ihre eigenen Fehler eingesteht.

Wie ihr schon merkt, würde ich ihr nur zu gerne mal meine Meinung geigen... :D



TYLERS CHARAKTERWANDLUNG


Vorweg: Tyler hat Edens schreckliche Art in diesem Buch oftmals ausgeglichen und sie wieder geerdet und war mir dadurch sehr sympathisch.
Jedoch kam mir seine komplette Charakterwandlung einfach wahnsinnig unrealistisch vor. Er schien kein bisschen Ähnlichkeit mehr mit dem Tyler aus Band 1 zu haben (außer den intensiven smaragdgrünen Augen natürlich.....)
Das hat mich ziemlich verwirrt. Denn obwohl seine Veränderungen positiv waren, kam es mir trotzdem so vor, als wäre er ein komplett neuer Charakter.
Mich störte es auch, dass Eden das nicht so verblüfft hat wie mich als Leser.
Gegen Ende des Buches bekommt diese perfekte New-Tyler Fassade zwar wieder ein paar Risse und der altbekannte Tyler schaut hindurch, jedoch war er die meiste Zeit des Buches einfach so glattgebügelt. Wenn ich da teilweise an ihn im 1. Band dachte, kam es mir wie eine 360 Grad Veränderung vor.


DAS ENDE


Wie oben beim POSITIVEN erwähnt, hat mir die zweite Hälfte des Buches wesentlich besser gefallen als die erste. Jedoch musste dann natürlich noch auf den letzten Seiten ein Grund gegeben werden, weshalb es auch noch einen dritten, (zum Glück!) letzten Teil mit Eden und Tyler geben wird. Das wirkte einfach so konstruiert und deplatziert und out-of-Character, dass ich einfach nur Augenrollend das Buch zuschlagen konnte.
Nur um dann die Inhaltsangabe für den 3. Band zu lesen und mir wiedermal WTF zu denken und die Hände an den Kopf zu schlagen.
Es ist einfach immer das selbe, immer wieder die gleichen "Hindernisse" weshalb Tyler und Eden nicht zusammenkommen können, immer ein wenig modifiziert. Immer wieder selbstgemachte Probleme, was inzwischen wirklich lächerlich und vorallem ausgelutscht ist.








FAZIT



Ich war mehr als enttäuscht von diesem 2. Band, vorallem da mir der 1. Band wirklich gut gefallen hat. Das Buch hat eine vollkommen andere Ausgangssituation als das erste, wobei einige entscheidene Charaktere fehlen, die für mich das erste Buch auch einfach mit ausgemacht haben und ohne welche die Story einfach teilweise flachfällt, da die Protagonistin Eden sie einfach nicht alleine tragen kann.
Edens Verhalten und ihre Art regen mich zudem unheimlich auf, da diese lächerlich, widersprüchlich und viel zu übertrieben theatralisch und nervig sind. Das macht es sehr anstrengend, das komplette Buch aus ihrer Perspektive zu lesen. Teilweise wollte ich das Buch einfach nur aus dem Fenster schmeißen, da sie mich so aufgeregt hat.
Ab der zweiten Hälfte wird das Buch wieder besser und macht zwischendurch auch wieder so süchtig wie der erste Band. Vorallem die Beschreibungen des Schauplatzes, New York, haben mir sehr gut gefallen, und mich oftmals allein zum Weiterlesen gebracht.
Leider konnte ich viel zu oft einfach nur verständnislos den Kopf über den Verlauf der Geschichte schütteln und habe mich nur zu oft darüber aufgeregt.
Meiner Meinung nach wäre nach Band 1 sehr viel mehr drin gewesen, als das was dieses Buch daraus gemacht hat.
Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich den 3. und letzten Teil nun noch lesen werde oder nicht.
Vorerst brauche ich aber erstmal eine ordentliche Verschnaufspause von Tyler und seiner nervtötenden Stiefschwester Eden.



MEINE BEWERTUNG IN STERNEN

 

 

Ich verleihe diesem Buch 3 von 5 Sternen.

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