REZENSION zu "TINDERELLA" von ROSY EDWARDS, Goldmann Verlag

 



FAKTEN ZUM BUCH


Deutscher Titel: Tinderella! Geschichten aus dem Singleland
Englischer Titel: Confessions of a Tinderella
Autor: Rosy Edwards
Verlag: Goldmann
Preis: 9,99 €
Seitenzahl: 412
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Buchart: Taschenbuch
Genre: Autobiographischer Young Adult Roman mit komödiantischen Einschlag
Rezensionsexemplar?: Ja. Dieses Buch wurde mir vom Goldmann Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zugeschickt. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich an dieser Stelle! :)
Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.



KLAPPENTEXT








INHALT


Das Buch ist aus der Sicht der Autorin Rosy geschrieben und erzählt in der Ich-Person von deren Leben in den Mitte Zwanzigern, über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren. Das Buch spielt hauptsächlich in London, wo die Protagonistin lebt.
Wie der Titel des Buches schon verrät, liegt das Hauptaugenmerk des Buches auf dem Singleleben der Protagonistin und deren Erfahrungen mit der Dating-App "Tinder".
Es werden viele verschiedene Dates ausführlich beschrieben und als Leser begleitet man die Protagonistin auf ihrer Suche nach "dem Richtigen".



STELLEN AUS DEM BUCH


Während des Lesens, sind mir diese beiden Stellen (keine Spoiler!) im Buch sehr positiv aufgefallen, weshalb ich sie euch hier gerne zeigen wollte:








MEINE MEINUNG



 


POSITIVES



Mir hat es im Großen und Ganzen Spaß gemacht, das Buch zu lesen, da mir die Protagonistin sehr sympathisch war und das Buch insgesamt sehr unterhaltsam geschrieben ist.
Es hat mir außerdem sehr gut gefallen, dass die Protagonistin (im Folgenden auch bei ihrem Namen "Rosy" genannt), in London lebt und das auch öfters im Vordergrund der Beschreibung stand. Da ich London über alles liebe, fand ich es sehr toll, dass so viel davon in diesem Buch steckt.
Da ich selbst sehr offen, neugierig und interessiert an Dating Apps bin, hat mich der Titel sowie der Klappentext direkt angesprochen, und ich war sehr gespannt auf den Inhalt des Buches.
Es dauert zwar ein wenig, bis die Protagonistin Tinder schließlich für sich entdeckt, jedoch bekommt man als Leser ab dem Zeitpunkt doch sehr viel davon mit, was mir wirklich gut gefallen hat.
Durch die vielen verschiedenen Dates von Rosy mit ihren unterschiedlichen Tinder Bekanntschaften, bekommt die Geschichte eine gute Portion an Unterhaltung und Witz sowie Abwechslung, was das Lesen kurzweilig gestaltet.
Rosy war mir dadurch so sympathisch, da sie sehr viel von sich selbst preisgegeben hat und man sie als Leser ziemlich gut kennenlernen - und gerade durch ihre vielen Macken - einen ans Herz wachsen lassen konnte.
Das Buch basiert ja auf wahren Begebenheiten der Autorin, weshalb man als Leser auch den Prozess der zur Entstehung dieses Buches geführt hat, beim Lesen mitverfolgen kann. Das hat mir sehr gut gefallen, da es in mir ein "Inception" Gefühl hervorgerufen hat. (Anmerkung: Inception = sehr bekannter Film mit Leonardo DiCaprio, unbedingt ansehen, falls ihr das noch nicht getan habt!)
Ich begeistere mich ja selbst (offensichtlich) fürs Schreiben und Lesen und finde es daher ganz toll, wenn man als Leser mitbekommt, dass die Autorin oder die Protagonistin (in diesem Fall ja beide), auch so begeistert davon sind.
Dadurch, dass Rosys Umfeld mit ihren Freunden, ganz schön herausgearbeitet wird, habe ich mich immer sehr wohl beim Lesen in ihrer Welt gefühlt, und konnte sehr gut von der Realität abschalten, wann immer ich das Buch aufgeschlagen habe.
Ich habe das Buch oben "mit komödiantischen Einschlag" beschrieben, was jetzt nicht heißt, dass ich totale Lachanfälle bekommen habe, oder dass das Buch zum Brüllen komisch ist. Das Buch lebt von den merkwürdigen Dates, die die Protagonistin erlebt und von ihrer eigenen schrägen Art. Dadurch hat es mich einige Male zum Schmunzeln gebracht und war dadurch sehr leicht und locker zu lesen.
Daher finde ich das Zitat auf dem Buchrücken auch sehr passend, dass es eine "perfekte Urlaubslektüre" sei, denn es liest sich wirklich schnell und entspannt durch.
Ich fand es außerdem sehr gut, dass das Buch "Tinder" nicht in den Himmel gelobt hat, sondern sich vielmehr kritisch damit befasst hat. Es hat die App und generell das Internet-Dating von verschiedenen Seiten beleuchtet und die Protagonistin hat im Verlauf des Buches verschiedene Ansichten zu der ganzen Sache angenommen.





NEGATIVES


Was mich am meisten an diesem Buch genervt hat, war leider die deutsche Übersetzung an einigen Stellen. :/ Zum Beispiel hat die Protagonistin ihre beste Freundin kein einziges Mal bei ihrem Namen genannt, sondern stets nur mit "die Beste" betitelt. Da ich einfach niemanden kenne, der seine beste Freundin so nennt, kam mir das sehr befremdlich vor, und hat mich beim Lesen öfters zum Stolpern gebracht. Mich würde wirklich interessieren, wie "die Beste" im Englischen betitelt wurde.
Ein weiteres Übersetzungsproblem war für mich die Übersetzung von Flüchen. Da englische Flüche inzwischen auch im Deutschen, jedenfalls in meinem Umfeld, fast häufiger gebraucht werden als deutsche, fand ich es extrem befremdlich und komisch, als plötzlich "Dreck!" als Fluch aufkam. Man kann sich ja denken, dass da wohl im Englischen "Shit!" stand, was für mich wesentlich gefläufiger ist, als "Dreck!" zu rufen. :D "Mist!" wäre da noch gängiger gewesen, finde ich.
Auch bin ich über ein paar verwirrende Namensfehler gestolpert, wobei jemand erst einen Namen hatte, und plötzlich einen anderen, oder wo die Namen von Freundinnen plötzlich vertauscht waren, und man sich als Leser nicht mehr sicher war, welche Freundin jetzt eigentlich heiratet. (Beispiel)
Abgesehen von dem Problem mit einigen Übersetzungsstellen, war die Geschichte bis zu dem Punkt, an dem die Protagonistin "Tinder" entdeckt, etwas zäh und auch später, zwischen den Verabredungen, zog es sich teilweise etwas, da die Erzählung oftmals abgeschweift ist. Allerdings entdecke ich dieses Problem (dass man mitten im Reden zu etwas ganz anderem abschweift) bei mir auch des Öfteren, deshalb war es mir gar nicht so unsympathisch.
Die Zeitsprünge innerhalb der Geschichte haben mich einige Male etwas überrascht, da plötzlich die Rede davon war, dass etwas, was erst vor ca. 10 Seiten passiert ist, jetzt schon im Geschehen sechs Monate zurückliegen soll. Andererseits treiben solche Zeitsprünge die Geschichte auch einfach schneller voran.
Ein weitere Punkt, der mir des Öfteren während des Lesens negativ aufgefallen ist, war das geringe Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Protagonistin. Sie hat sich viel zu oft viel zu klein gemacht und sich selbst viel zu negativ wahrgenommen, was ich sehr schade fand. Außerdem hat sie ihr eigenes Glück und ihr Selbstbewusstsein extrem davon abhängig gemacht, wie sie von Männern beurteilt wird. Diese Einstellung kann ich gar nicht unterstützen, war aber froh, dass es nicht zu extrem in diesem Buch ausgeartet ist.
Dennoch hätte ich der Protagonistin (und der Autorin) gerne mal mein Lesezeichen vor den Kopf geknallt:






Als letzten negativen Punkt möchte ich noch das Ende anführen, da ich das nicht besonders zufriedenstellend fand. Ich hätte mir gerne einen abgerundeteren Schluss für die Geschichte gewünscht, damit ich besser damit abschließen kann. Oder auch ein dramatisch offener Schluss wäre interessanter gewesen, als das unspektakuläre Ausklingen, mit dem das Buch endete.




FAZIT






Insgesamt war "Tinderella" also ein Buch, mit dem ich gerne meine Zeit verbracht habe und das mir einige schöne entspannte Lesestunden beschert hat. Die negativen Punkte lassen sich alle eher als unschöne Feinheiten zusammenfassen, welche dem angenehmen Gefühl, das ich beim Lesen hatte, keinen allzu großen Abbruch getan haben.
Ich habe bereits einige negative Meinungen zu diesem Buch gehört, welchen ich so nicht zustimmen kann, da ich mich während des Buches nie gelangweilt habe und mich auch nicht zum Lesen zwingen musste. Im Gegenteil, habe ich sehr gerne zu dem Buch gegriffen, und bin froh, es gelesen zu haben.
An dieser Stelle möchte ich nochmal erwähnen, wie toll ich es fand, dass es in London gespielt hat, auch wenn ich die Erwartungen daran nicht allzu hoch schrauben möchte. Trotzdem gibt es einige ganz tolle Szenen, die mich in London Erinnerungen schwelgen ließen.


EMPFEHLUNG? AN WEN?


Ich würde das Buch eher älteren Leserinnen (ab 18) empfehlen. Nicht, weil es besonders viele erotische Szenen beinhaltet, sondern weil sich die Protagonistin viel mit Themen beschäftigt, die für jüngere Leser (unter 18) einfach nicht interessant sind. Dazu zählt die eigene Wohnung und was das Alleinwohnen oder WG Wohnen mit sich bringt, die Arbeit und der Arbeitsalltag, und das Problem, wenn der Freundeskreis schon ans Heiraten und Kinderkriegen denkt, während man selbst noch keinen Partner gefunden hat.
Dennoch kann ich mir vorstellen, dass mir das Buch auch schon vor 2/3 Jahren gut gefallen hätte, also kommt es (wie immer) einfach darauf an, in wie weit man sich schon für was interessiert. :)
Als Urlaubs- oder Sommerbuch eignet es sich, wie oben erwähnt, sehr gut.
Was ich mir auch noch gut vorstellen könnte, ist, dass man das Buch verschenken könnte, an Freundinnen, die sich mit Online Dating, im Speziellen mit "Tinder" beschäftigen, um sie dadurch ein wenig zu necken. Am Ende hat sie aber ein gutes Buch, welches sich auch kritisch mit Tinder außeinandersetzt.
Falls ihr nach meinen Ausführungen unter dem Titel "Positives" neugierig auf das Buch geworden seid, kann ich es euch auch nur empfehlen, da das Negative wie gesagt, nicht so schwer ins Gewicht fällt.



BEWERTUNG IN STERNEN


Ich verleihe diesem Buch 4 von 5 Sternen. ****/******




FRAGE AN EUCH



Wer von euch hat das Buch schon gelesen? Wie fandet ihr es? :) Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung zu dem Buch hier oder auf Instagram in die Kommentare schreiben würdet. ♥




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